Notvorrat anlegen: Praxistaugliche Liste für den Ernstfall

Sie kennen das: Der Kühlschrank ist leer, aber der Einkauf wird auf morgen verschoben. Normalerweise kein Problem. Doch was, wenn „morgen“ keine Option ist? Während der Pandemie standen Menschen vor leeren Supermarktregalen. Bei Hochwasser sind Straßen unpassierbar. Nach einem Stromausfall funktionieren die Kassen nicht mehr. 

Ein gut geplanter Notvorrat gibt Ihnen in solchen Momenten Sicherheit und Unabhängigkeit. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie mit der offiziellen Notvorrat-Liste des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) für 10 Tage gut vorgesorgt sind – ganz ohne Stress und unnötige Ausgaben.

Inhaltsverzeichnis

Liste für Notvorräte: Das Wichtigste in Kürze

  • Ein gut geplanter Notvorrat sichert Ihre Versorgung für mindestens 10 Tage, falls Sie das Haus nicht verlassen können oder die Wasserversorgung unterbrochen ist. Die private Vorratshaltung ist ein zentraler Baustein der persönlichen Notfallvorsorge.
  • Rechnen Sie pro Person und Tag mit ca. 2 Litern Flüssigkeit und rund 2200 Kilokalorien (kcal).
  • Kaufen Sie nur Lebensmittel, die Sie und Ihre Familie mögen und regelmäßig verbrauchen.
  • Führen Sie einen „lebenden Vorrat“, indem Sie die Produkte in Ihren normalen Lebensmittelverbrauch integrieren. So vermeiden Sie Abfall.
  • Berücksichtigen Sie individuelle Bedürfnisse wie Allergien, Babynahrung oder Tierfutter.
  • Denken Sie zusätzlich an Hygieneartikel, eine gut ausgestattete Hausapotheke und alternative Kochmöglichkeiten (z. B. Gaskocher).
10
Tage Versorgung
2 L
Flüssigkeit / Person / Tag
2.200
kcal / Person / Tag

Was ist ein Notvorrat und warum ist er so wichtig?

Ist ein Notvorrat wirklich nur etwas für Extremsituationen? Keineswegs. Schon ein längerer Stromausfall, Hochwasser oder eine Unterbrechung der Lieferketten können den Alltag empfindlich stören. Wer glaubt, im Ernstfall noch schnell einkaufen zu können, irrt sich. Das gilt auch für Deutschland: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt daher ausdrücklich, einen Notvorrat anzulegen. Die offizielle Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ fasst alle wichtigen Handlungsempfehlungen für verschiedene Notsituationen zusammen. Einen Notvorrat anzulegen bedeutet also, Verantwortung zu übernehmen und handlungsfähig zu bleiben.

Notvorrat anlegen in Deutschland: Clever vorsorgen ohne Verschwendung

Viele zögern, weil sie befürchten, teure Vorräte anzulegen, die später im Müll landen. Diese Sorge ist unbegründet, wenn Sie das Konzept des „lebenden Vorrats“ anwenden. Statt spezielle Notfallnahrung zu kaufen, integrieren Sie die Vorratshaltung einfach in Ihren normalen Einkauf. 

Das Prinzip dahinter:

1
Schrittweise Bevorratung

Kaufen Sie bei jedem Einkauf ein oder zwei zusätzliche Packungen haltbarer Lebensmittel (z. B. Nudeln, Reis oder Konserven). Achten Sie dabei bewusst auf eine möglichst lange Haltbarkeit. So bauen Sie Ihre Bevorratung kontinuierlich und planbar auf.

2
Rotationsprinzip anwenden

Platzieren Sie neue Produkte im Regal immer hinten. Lebensmittel mit kürzerer Resthaltbarkeit gehören nach vorne und werden zuerst verbraucht. Dieses Prinzip sichert die Haltbarkeit Ihrer Bevorratung.

3
Regelmäßig verbrauchen

Integrieren Sie Ihre Bevorratung in den Alltag. Entnehmen Sie Produkte für den täglichen Bedarf und ersetzen Sie diese beim nächsten Einkauf.

So bleibt Ihre Bevorratung frisch, die Haltbarkeit wird optimal genutzt und Sie verschwenden nichts. Gleichzeitig verfügen Sie jederzeit über einen verlässlichen Puffer für den Ernstfall.

Die Notvorrat-Liste des Bundesamts für 10 Tage

Die folgende Tabelle basiert auf den offiziellen Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Die Mengenangaben sind für eine Person für einen 10-tägigen Zeitraum ausgelegt und decken den durchschnittlichen Energiebedarf von 2.200 kcal pro Tag. 

Wer aktuell einen Notvorrat anlegen möchte, findet hier eine praxistaugliche Grundlage.

Lebensmittelkategorie Menge für 1 Person (10 Tage) Menge für 2 Personen (10 Tage) Wichtige Hinweise
Getränke 20 Liter 40 Liter Mineralwasser, Säfte, lang haltbare Getränke (rechnen Sie 1,5 Liter zum Trinken und 0,5 Liter zum Kochen)
Getreideprodukte, Brot 3,5 kg 7 kg Nudeln, Reis, Knäckebrot, Zwieback, Hartkekse (Vollkornprodukte sind nährstoffreicher)
Gemüse, Hülsenfrüchte 4 kg 8 kg Gemüsekonserven (Erbsen, Möhren, Bohnen), getrocknete Linsen (achten Sie auf Ihre geschmacklichen Vorlieben)
Obst, Nüsse 2,5 kg 5 kg Obstkonserven (Apfelmus, Kirschen), Trockenobst, Nüsse (Nüsse sind gute Energielieferanten)
Milch, Milchprodukte 2,6 kg 5,2 kg H-Milch, Hartkäse am Stück (Milch als Notvorrat ist besonders für Familien mit Kindern wichtig)
Fisch, Fleisch, Eier 1,5 kg 3 kg Fischkonserven (Thunfisch, Hering), Wurstkonserven, Eier in Pulverform
Fette, Öle 0,36 kg 0,72 kg Pflanzenöl, Margarine, Butter (Fette sind wichtige Geschmacksträger und Energielieferanten)
Zucker, Süßwaren nach Belieben nach Belieben Zucker, Honig, Marmelade, Schokolade, Kekse (sorgen für schnelle Energie und heben die Stimmung)

Sie möchten einen Notvorrat in Deutschland anlegen, der 14 Tage hält, und suchen eine nützliche Liste? Der offizielle Vorratskalkulator der Bundesregierung hilft Ihnen, Ihren individuellen Bedarf genau zu berechnen.

Anpassung der Notvorrat-Liste: Kinder, Haustiere und besondere Bedürfnisse

Natürlich kann eine allgemeine Liste niemals jede individuelle Lebenssituation vollständig abdecken. Jeder Haushalt ist anders – deshalb sollte Ihr Notvorrat immer zu Ihrem Alltag, Ihren Gewohnheiten und Ihren Bedürfnissen passen:

Babys und Kleinkinder im Notfall versorgen

Planen Sie spezielle Babynahrung, Milchpulver, ausreichend Trinkwasser sowie Windeln und Pflegeprodukte ein. Der Notfallvorrat sollte den individuellen Bedarf vollständig abdecken.

Haustiere im Notfall verpflegen

Denken Sie an genügend Futter und Wasser für Ihr Haustier. Auch hier gilt: Der Vorrat sollte mehrere Tage überbrücken können.

Krankheiten & Allergien im Notfall behandeln

Bei Lebensmittelunverträglichkeiten oder chronischen Erkrankungen muss der Notfallvorrat entsprechend angepasst werden. Halten Sie zudem einen ausreichenden Vorrat an lebenswichtigen Medikamenten bereit.

Praxistipps: Aktuellen Notvorrat anlegen

  • Lagerung im Notfall: Lagern Sie Ihre Notfallvorräte kühl, trocken und dunkel. So stellen Sie sicher, dass die Lebensmittel auch im Notfall möglichst lange haltbar bleiben.
  • Überprüfung: Kontrollieren Sie Ihren Notfallvorrat regelmäßig, idealerweise alle 3 bis 6 Monate. Prüfen Sie dabei Haltbarkeitsdaten und den Zustand der Produkte.
  • Erneuerung laut Notfallplan: Nutzen Sie das Rotationsprinzip für Ihren Notfallvorrat. Verbrauchen Sie ältere Lebensmittel zuerst und ersetzen Sie diese rechtzeitig durch neue Vorräte.

Der erste Schritt: Sie müssen nicht alles auf einmal besorgen. Beginnen Sie mit dem Wichtigsten: Trinkwasser. Ein zusätzlicher Kasten Wasser beim nächsten Einkauf ist der erste Schritt. Danach ergänzen Sie nach und nach haltbare Lebensmittel. Entscheidend ist, dass Sie überhaupt anfangen.

Krisenvorsorge lernen von echten Profis

Eine gut durchdachte Vorratshaltung ist die Basis, aber echte Krisenkompetenz geht darüber hinaus. Als größter privater Rettungsdienst- und Krankentransportanbieter in Bayern verfügt MKT über jahrzehntelange Erfahrung in Krisenvorsorge und Katastrophenhilfe.

Wir zeigen Ihnen nicht nur, wie Sie einen Notvorrat anlegen, sondern auch, wie Sie in einer Krisensituation richtig handeln. Lernen Sie von unseren Profis, die täglich im Einsatz sind.

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Häufig gestellte Fragen rund um Notvorräte

Was empfiehlt die Bundesregierung als Notvorrat?

Die Bundesregierung empfiehlt einen Vorrat für mindestens 3, besser 10 Tage. Pro Person rechnet man mit ca. 2 Litern Flüssigkeit und 2.200 kcal pro Tag. Die offizielle Broschüre „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ fasst alle wichtigen Empfehlungen für Sie zusammen.

Beginnen Sie mit ausreichend Wasser und lang haltbaren Lebensmitteln, die Sie auch im Alltag regelmäßig konsumieren. Dazu zählen beispielsweise Nudeln, Reis, Konserven, Hülsenfrüchte, Zwieback und H-Milch. Entscheidend ist, dass der Vorrat zu Ihren persönlichen Essgewohnheiten passt und auch verspeist wird.

Nein, ganz im Gegenteil. Eine durchdachte Vorratshaltung ist ein Zeichen von Selbstverantwortung. Es geht nicht um Weltuntergangsszenarien, sondern darum, bei kurzfristigen Versorgungsengpässen – etwa infolge eines Stromausfalls – vorbereitet zu sein, handlungsfähig zu bleiben und besonnen reagieren zu können. Wer clever ist, sorgt vor! 

Weitere Informationen und Kontakt

MKT-Institut für Notfallmedizin- und Katastrophenschutzausbildung in Bayern gGmbH
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